Smart bewässern

In trockenen und heißen Sommern kann das Gießen im Schrebergarten ziemlich lästig werden. Intelligente Bewässerungshilfen sind daher willkommen. |

Mit einem Brunnen in meinem Garten bin ich schon gut ausgestattet, um meine 200 Quadratmeter mit Obst, Gemüse und Blumen mit ausreichend Wasser zu versorgen. An heißen Tagen ist aber der Gießaufwand trotz elektrischer Pumpe und vieler Meter Gartenschlauch immer noch recht hoch. Und wehe, man hat mal keine Zeit oder will gar verreisen. Dann können die Anzuchten schnell vertrocknen. Ideen, den Aufwand zu reduzieren und dabei auch noch Wasser zu sparen, sind gefragt. Eine Lösung sind Wasserspeicher aus Tontöpfen, die ich im Beet vergraben habe. Die alten Kulturen Südamerikas verwendeten ursprünglich große poröse Gefäße, um über die Verdunstung Wasser zu kühlen. In entsprechenden Mengen eingegraben erwiesen sie sich auch als sehr sparsame Bewässerungsmethode für ganze Felder. Die so genannten Ollas – gesprochen Ojas – habe ich in Spanien kennen gelernt. Es gibt sie in vielen Formen und Größen zu kaufen.

Nicht ganz so schick, aber dafür ohne Extrakosten, ist meine Variante: In meinem Keller fand sich ein Sammelsurium an alten Blumentöpfen und dazu passend auch Untersetzer, die zum Deckel wurden. Das Loch im Boden musste natürlich verschlossen werden. Ich habe mir hierzu Mörtel angerührt. Aber: Damit alles funktioniert, müssen es unglasierte Tontöpfe sein. Tief in den Boden eingegraben befinden sich nun mehrere smarte Wasserspeicher in meinem Garten.

Die Feuchtigkeit wird den Pflanzen jetzt nicht mehr über die Oberfläche zugeführt, wo das meiste sowieso gleich wieder verdunsten würde. Wasser ist nun da, wo es gebraucht wird, nämlich im Wurzelbereich. Durch das offenporige Tonmaterial dringt Feuchtigkeit langsam nach außen in die Erde. Die Pflanzen schlingen ihre Wurzeln im Laufe der Saison um den Topf herum. Mit Ollas dringt Wasser auch in den unteren Erdschichten, so dass die Wurzeln in die Tiefe wachsen können. Das lässt die Pflanzen robuster werden.

Die übrige Handhabung ist einfach. Wenn die Ollas leer sind, werden sie von oben wieder aufgefüllt. In Kombination mit einer dicken Mulchschicht, die das Austrocknen des Bodens herabsetzt, reduziert diese Methode den Gießumfang enorm. Außerdem gibt es weniger Probleme mit Schnecken. Die »Lieblinge« der Gärtnerin fühlen sich auf den trockenen Beetoberflächen unwohl. Ach ja, die Schnecken! Aber das ist ein anderes Thema.

Erstellt für die Kolumne »Gartenstadt« von a3regional.de.