Winter-Wildkraut

Das unscheinbare Schaumkraut wächst auch in der kalten Jahreszeit und liefert reichlich Vitamine. Wie viele andere Wildkräuter ist auch das Schaumkraut sehr ausdauernd. Selbst bei Frost ist es nicht davon abzuhalten an Waldwegen oder im Garten zu wachsen und zu blühen. Mit seinen Blattrosetten und kleinen weißen oder lila Blüten fühlt es sich nicht nur auf Beeten und Rabatten wohl. Gerne siedelt es sich auch an Mauerkanten und in den Fugen von Pflastersteinen an. An kräftigen Stängeln wachsen Schotenfrüchte, die bei der kleinsten Berührung reife Same davon schleudern. So kann sich die Pflanze schnell verbreiten. Es lohnt sich, beim Winterspaziergang links und rechts der Wege danach zu schauen. Früher habe ich Schaumkraut als Unkraut betrachtet. Heute weiß ich es als schmackhafte Zugabe zu allen Speisen zu schätzen. Von der Verwendung ist Schaumkraut ähnlich wie Kresse. Es ist eine ideale Verfeinerung für Quarkdips oder Ziegenkäsecreme, Salatsoßen, Smoothies, Pesto oder Suppen. Da durch zu viel Hitze das Aroma schwindet, ist es ratsam, das Kraut aber erst ganz zum Schluss an die warmen Speisen zu geben. Der deutsche Trivialname für das Schaumkraut geht wahrscheinlich auf die Schaumzikaden zurück, die an manchen Arten häufig zu finden sind und sich zu ihrem Schutz mit einem Schaum umgeben. Seine Schärfe erhält es durch die enthaltenen Senfölglykoside. Das Wiesen- und Waldschaumkraut ist milder, die Pflänzchen des Gartenschaumkrauts sind derber. Alle Kräuter sind gut für die Leber und fördern die Gallentätigkeit. Das Schaumkraut in Maßen genossen regt die Verdauung an, wirkt krampflösend und kann bei rheumatischen Beschwerden helfen. In der Volksmedizin werden die harntreibenden und den Stoffwechsel anregenden Schaumkräuter vor allem bei rheumatischen Erkrankungen sowie bei Frühjahrskuren zur sogenannten Blutreinigung eingesetzt. Aufgrund ihrer antibiotischen Wirkung eignen sie sich auch für den Einsatz bei Erkältungskrankheiten. Mir schmeckt das vitaminreiche Kraut einfach gut. Kurz vor dem Winterbeginn habe ich mit einem Experiment begonnen. Ich habe einige Krautrosetten aus meinem Garten ausgegraben, in einen Topf gepflanzt und an das Küchenfenster gestellt. Es hat funktioniert, das Schaumkraut als echter Überlebenskünstler wächst weiter. Einen nennenswerten Ertrag liefern die winzigen Pflänzchen zwar kaum. Aber ich kann mir immer wieder ein paar Blättchen davon abzupfen und auf mein Quarkbrot streuen. Lecker!

Erstellt für die Kolumne »Gartenstadt« von a3regional.de.