Kategorie: vortrag & moderation

  • Wo Frauen nichts Wert sind!

    Wo Frauen nichts Wert sind!

    Als Beitrag zum diesjährigen Hohen Friedensfest lud ich Maria von Welser, TV-Journalistin und Gründerin der ZDF-Sendung ML Mona Lisa nach Augsburg ein. Sie stellte ihr Buch „Wo Frauen nichts Wert sind“ vor und berichtete von ihren Reisen nach Indien, Afghanistan und Kongo, den weltweit gefährlichsten Ländern für Frauen. Die Veranstaltung wurde durch ein breites Netzwerk an Organisationen möglich: Transition Town Augsburg in der Lokalen Agenda 21, Friedensbüro und Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg, Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen, Landeskirchliche Gemeinschaft.

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    Bericht in der Augsburger Allgemeinen vom 04. August 2015

    Frau sein ist gefährlich

    Maria von Welser stellte ihr Buch über Frauenschicksale in Afghanistan, im Kongo und in Indien vor. Doch auch in Augsburg leben nicht alle Frauen in Frieden. Von Stefanie Schoene

    Bei den Vereinten Nationen gibt es eine Negativrangliste über die Länder, in denen es am gefährlichsten ist, als Frau geboren zu werden. Ganz oben steht Indien, gefolgt von Afghanistan und Kongo. Maria von Welser, TV-Journalistin und Erfinderin des Formats Mona Lisa, ging den Zahlen nach, reiste in die Regionen, sprach mit Frauen, Selbsthilfeorganisationen, Politikerinnen, Journalistinnen vor Ort und gab dem Grauen Namen und Gesichter. Im Rahmen des Programms zum Friedensfest stellte sie auf Einladung mehrer Vereine ihr Buch „Wo Frauen nichts wert sind“ vor.

    Sie schildert das Leben zweier 14-Jähriger, die in Kabul ihren Traum vom Schulbesuch träumen, aber vermutlich – so von Welser – in Kürze von ihren Vätern gegen eine Kuh oder für 6000 Dollar an einen Mann verkauft werden. Sie besucht ein Frauenzentrum in Parwan, deren Mitarbeiterinnen ihre meiste Arbeitszeit dafür verwenden, die werdenden Väter zu überreden, dass die Frauen ihre mangelernährten Kinder ins Zentrum bringen und pflegen dürfen. Sie ging in ein Projekt, in dem Kinder aus den 35 Flüchtlingslagern rund um Kabul Lesen und Schreiben lernen – Mädchen dürfen hier nur teilnehmen bis sie zwölf Jahre alt sind. Von Welsers Hoffnungen liegen auf einzelnen Frauen wie dem Boxerinnenverein, der Radiojournalistin und vor allem auf den 30 Beraterinnen, die die Ehefrau des afghanischen Ministerpräsidenten Ashraf Ghani ihrem Mann zur Seite gestellt hat.

    Die weltweite Gewalt gegen Frauen gleiche einem systematischen Vernichtungsfeldzug, so von Welsers Fazit. Auch Augsburg sei hier nicht ausgenommen, wie Soni Unterreithmeier von der Frauenhilfsorganisation Solwodi berichtet. Derzeit betreut der Verein ein junges Mädchen, das hier aufwuchs, aber im Sommer von ihren Eltern in der Türkei verheiratet werden soll. Solwodi betreibt bundesweit sieben Frauenhäuser und ist in Augsburg besonders im Rotlichtmilieu aktiv. „Hier gibt es Zwangsprostitution, weil es die Nachfrage gibt. Wieso ist unsere Gesellschaft immer noch der Meinung, dass Männer Frauen zur Verfügung haben müssen? Es ist dasselbe Denken, das den Gewaltexzessen in anderen Ländern zugrunde liegt“, kritisiert Unterreithmeier. Im Flüchtlingsbereich zeige sich inzwischen auch Handlungsbedarf: „Viele Frauen, die es hierher schaffen, haben unterwegs und zu Hause Gewalt von Männern erlebt. Sie müssen in eigenen Schutzräumen wohnen können. Da sind wir zusammen mit der Stadt dran.“

    „Wo Frauen nichts wert sind – vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen“, Ludwig Verlag, 320 Seiten, 19,99 Euro.

  • Social Media für Weltläden

    Social Media für Weltläden

    Jedes bloggende, twitternde und bei Facebook aktive Teammitglied hat das Potenzial zur Botschafter_in der  Marke Weltladen zu werden. Zusammen genommen können alle Beteiligten eine viel größere Authentizität erzeugen, als es ein offizieller Kanal kann. Social Media muss aber als dauerhafter Kommunikationsprozess geplant werden. Für Weltläden und Fair-Handels-Gruppen gilt es herauszufinden, welche der neuen Instrumente sinnvoll für die jeweilige Organisation sind und mit welchem Aufwand und Know-How sie betrieben werden müssen.  Dabei ist es sinnvoll, vom Ende her zu denken. Was ist Ihr Ziel, welche Botschaft möchten wir vermitteln? Wen möchten wir erreichen? Wie sind die Online-Gewohnheiten unserer Zielgruppen? Welche Internetkompetenz können wir bei unserem Zielpublikum voraussetzen?Beim Einsatz von Social Media fordern wir unsere Zielgruppe zum Dialog heraus. Wie steht es mit unseren personellen und zeitlichen Ressourcen, um darauf angemessen und zeitnah reagieren zu können? Wie viel Kompetenz ist in unserem Team vorhanden? Wie hoch ist unser Schulungs- und Einarbeitungsbedarf?

    Vor der Auswahl eines Werkzeuges und dem Start einer Kampagne muss also gut überlegt sein, welche und wie viele Online-Werkzeuge wir professionell betreuen können. Sinnvoll ist es, lieber wenige, dafür aber passgenaue und gut betreute Werkzeuge auszuwählen. Eine Auswahl an Social-Media-Elementen habe ich aktuell in einem Handout für Weltläden und Fair-Handels-Gruppen zusammen gestellt. Bevor man darüber nachdenkt, welche Social-Media-Tools man außerhalb der Basis-Website einsetzen möchten, sollten man prüfen, ob diese auch die heutigen Standards der Webprogrammierung erfüllt. Daher ist in dem Handout ein eigenes Kapitel gewidmet.

    Inhaltsverzeichnis:

    • Einführung: Social Media ist kein Hype mehr, sondern längst Standard!
    • Die Basis-Internetpräsenz muss stimmen!
    • Blogs als Dialogmedium
    • Unterstützung organisieren mit Facebook
    • Zwitscher-Tool für Liveblogging und Marketing
    • Mobile Kampagnen mit Handy und SMS
    • Mit Videos Emotionen wecken
    • Kollaboration – Teamarbeit 2.0
    • Social-Media-Policy/ Social-Media-Guideline

    Wer Interesse an dem Handout hat, kann sich gerne bei mir melden.

  • PolitikerinnenTalk mit Augsburger Frauen

    PolitikerinnenTalk mit Augsburger Frauen

    Zu einer lockeren Gesprächsrunde über ihre Erfahrungen in der Kommunalpolitk lud ich am 17.9.2011 die Augsburger Wirtschaftsreferentin Eva Weber und die Stadträtinnen Ingrid Fink, Ulrike Bahr und Martina Wild ein. Wir trafen uns im Augsburger Rathaus. Mit dabei waren auch Anita Conradi von der Gleichstellungsstelle und Ingrid Thalhofer von der Arbeitsgemeinschaft Ausgburger Frauen.

  • Fundraising für Frauen- und Genderprojekte

    Fundraising für Frauen- und Genderprojekte

    Als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen AAF habe ich eine Reihe von Workshops mit dem oben genannten Thema initiiert. Der Auftakt-Workshop fand am 27. August 2011 statt. Mit dabei waren Vertreterinnen vom Frauenbüro der Universität Augsburg, dem DGB, der AsF/ SPD, dem Netzwerk Haushalt des DHB und von Piona Point – Netzwerk für berufliche und politische Bildung. Zu Beginn stellte ich einige Details vor, wie ich die bisherigen Fundraisingaktivitäten der AAF ausgestaltet habe:
    1. Frauenstadtplan Augsburg
      Projektinhalt: Stadtplan mit Eintragungen zur Frauengeschichte
      Finanzierung: Zuschüsse durch das Sozialreferat und Kulturreferat, Kooperation mit Gleichstellungsstelle, Stadtvermessungsamt und Regio Tourismus GmbH
    2. Sich engagieren – Kommunalpolitik
      Projektinhalt: Website mit Infos für politisch Interessierte unter der Adresse
      sich-engagieren.de
      Finanzierung: Zuschuss durch das Sozialreferat und das Förderprogramm „Aktion Mensch“
    3. Selbstbewusste Kickerinnen
      Projektinhalt: Schulung von Sympaten/ Cityguides während der Frauen-Fußball-WM 2011; Geschichte der Emanzipation und des Frauenfußballs
      Finanzierung: Förderung durch das Programm „City of Peace“

    Die Teilnehmerinnen berichteten aus ihren jeweiligen Bereichen über ihre Fundraisingaktivitäten wie Zusammenarbeit mit politischen Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Petra-Kelly-Stiftung), die Teilnahme an Wettbewerben (Aktive Bürgerschaft, Gender Mainstreaming an Universitäten) oder die Beantragung von Mitteln bei Landesministerien.

    Neben dieser Rückschau ging es im Workshop auch um neue Projektideen und deren Finanzierungsmöglichkeiten:

    • Frauenstadtplan Augsburg: Redaktionelle Überarbeitung und Neuauflage sowie eine Webversion
    • „Ziele gibt es immer wieder“ (Arbeitstitel): Aufarbeitung der Geschichte der frauenpolitischen/ -kulturellen Aktivitäten  – neue Frauenbewegung in Augsburg
    • Generalprobe Zivilcourage: Workshop und Handreichung für Bildungsanbieter_innen erarbeiten

    Bei einem Folgeworkshop und auch im Rahmen der AAF-Treffen wird das Fundraising für diese Projekte weiter bearbeitet werden.

    Update:   Im September 2011 haben wir unseren 2. Workshop durchgeführt. Einen Bericht gibt es auf der Website der AAF.

    Das daraus entwickelte Handout kann hier herunter geladen werden.

  • Selbstbewusste Kickerinnen

    Selbstbewusste Kickerinnen

     Augsburg ist einer der Austragungsorte der FIFA Frauen WM 2011. Im Rahmen des Begleitprogramms hielt ich einen Vortrag, in dem ich sichtbar machen wollte, mit welchen Widerständen Frauen im Sport und insbesondere im Fußball seit 1900 bis heute konfrontiert waren und sind.

    Und welchen Mut und welche Selbstbehauptung die Sportlerinnen aufgebracht haben, sich den gesellschaftlichen Zwängen entgegen zu stellen. Manche von ihnen hat bewusst oder unbewusst die Emanzipationsbestrebungen von Frauen in den verschiedenen Epochen voran gebracht. Der Zeitgeist der jeweils herrschte, lässt sich an Bildern gut ablesen. Und wenn man genau hinsieht, entdeckt man, wie die Entwicklung des Frauensports wiederum auf den Zeitgeist Einfluss genommen hat und von den Sportlerinnen damit eine Aufweichung von Rollenklischees erkämpft wurde.

    Die Veranstaltung fand in Zusammenarbeit mit dem WM-Büro der Stadt Augsburg und der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen für so genannte SymPatinnen und SymPaten statt. Für die Zeit der FIFA Frauen WM 2011 vom 26. Juni bis 11. Juli sind rund 300 von ihnen unterwegs, um Besuchern mit Informationen zur WM, zu Sehenswürdigkeiten oder mit Veranstaltungshinweisen behilflich zu sein. Für ihren Einsatz wurden sie eigens geschult und vorbereitet.