Susanne Thoma mit Kind auf dem Fahrrad

Zum Abschluss gab es Fahrräder

Von Mai bis Oktober 2012 organisierte ich als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen AAF Fahrradkurse für Asylbewerberinnen. In manchen Ländern ist es nicht üblich oder wird sogar als unsittlich angesehen, wenn Frauen Rad fahren. Gerade in muslimischen Ländern im arabischen und afrikanischen Raum ist Rad fahren für Frauen verpönt – oder sogar verboten. Manche Frauen saßen daher bei unseren Kursen zum allerersten Mal auf einem Rad. Nach zahlreichen Übungsstunden stellte sich allmählich der Erfolg ein und die Fauen kurvten selbstsicher umher. Natürlich brachten die Frauen ihre Kinder mit und so herrschte eine buntes Treiben auf dem Übungsplatz.

Zum Abschluss übergaben wir eigene Fahrräder an die Frauen. Diese Fahrräder hatten wir zuvor zu einem besonders günstigen Preis bei der gemeinnützigen Recyclingwerkstatt Kette und Kurbel gekauft. Die Mittel hierfür hatten wir zuvor durch eine Fundraisingaktion von der Stadtsparkasse, der Kreissparkasse sowie von Privatpersonen eingeworben.Die Fahrradkurse sind Teil des Projektes KONNEKT, das die AAF im Mai 2012 startete. Ziel ist, Begegnungsmöglichkeiten mit Flüchtlingen zu schaffen. Ungefähr 800 Flüchtlinge leben derzeit in Augsburg. Die meisten sind in so genannten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Obwohl diese Unterkünfte mitten in Wohngebieten liegen, ist zu beobachten, dass es wenig persönliche Kontakte zwischen den Asylsuchenden und den übrigen BewohnerInnen der Stadtteile gibt. Hier setzt das Projekt KONNEKT an.

Übrigens kam KONNEKT bei dem Wettbewerb „Buntes Bayern! Für ein kulturelles und tolerantes Miteinander im Freistatt“ unter die besten 20 Teilnehmer von insgesamt 180 Initiativen.