Dieses Wandbild habe ich während unseres CAMPs in der Asylunterkunft Calmbergstraße erstellt. Zusammen mit Bewohnern haben wir zwischen dem 30. Oktober und 7. November einen Flurabschnitt renoviert und gestaltet. Zum Abschluss kam Claudia Roth vorbei und war nicht schlecht erstaunt, was wir geschaffen hatten. Von jetzt an heißt die Unterkunft “Das bunte Haus.”
Kategorie: soziales projekt
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Auf die Pedale
Schon im dritten Jahr habe ich ein Radfahrtraining für Frauen organisiert. Dazu gehörte auch die Ausbildung von fünf Radfahrtrainerinnen.
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Straßenkunst mit Rotem Leihrad
Sie sind ein Hingucker, sie fallen auf, die ROTEN LEIHRÄDER. Durch die Signalfarbe und weil sie meist zu mehreren dastehen. Wir wurden schon gefragt, ob es sich dabei um ein Streetarttprojekt handelt. Ja, man könnte es so sehen. Den Fahrradpool, den wir für Flüchtlinge im Rahmen von VOLLDABEI immer weiter ausbauen, haben wir bewusst auf die öffentlichen Gehwege verlagert. Passant_innen bleiben stehen, lesen die Aufkleber und werden so über das Projekt informiert. Das ist ein prima Nebeneffekt. Praktisch ist, dass unser VOLLDABEI Fahrrad-CLUB derzeit meist in der Gemeinschaftunterkunft Calmbergstraße statt findet und von dort aus auch die Ausleihe der Räder koordiniert werden kann. Außerdem gibt es einige Freunde im Asylheim, die mit auf die abgestellten Räder acht geben. Ob die unmittelbare Polizeipräsenz ebenfalls dazu beiträgt, dass keine Diebstähle oder Beschädigungen statt finden?
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Fahrrad-Reparatur-Café mit Flüchtlingen
Unsere Initiative VOLLDABEI organisiert hin und wieder ein Fahrrad-Reparatur-Café in der Asylunterkunft Calmbergstraße. Uwe Kekeritz, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/ Die Grünen war im Januar 2014 zu Gast. Hab´s in einem Video festgehalten.
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Wettbewerb “Buntes Bayern”
“Buntes Bayern! Die besten Initiativen für ein kulturelles Miteinander im Freistaat” lautet das Motto der diesjährigen Aktion von Bayern 2 und der Abendschau. Gesucht wurden engagierte Initiativen, die sich für Toleranz und Vielfalt einsetzen und Freude am ehrenamtlichen Engagement haben. Im Namen der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen habe ich einen Wettbewerbsbeitrag eingereicht, der uns passend erschien: Mit unserem Projekt KONNEKT schaffen wir unkonventionelle Begegnungsmöglichkeiten zwischen weiblichen Asylsuchenden und Augsburger Bürgerinnen in Form von Fahrradkursen.
Mit KONNEKT möchten wir vermitteln, dass ethnische Vielfalt als Bereicherung und Chance begriffen werden kann. Uns ist wichtig, zu zeigen, dass uns Flüchtlinge, die in unserer Stadt leben, etwas wert und wichtig sind. Statt einseitig die Probleme durch die Aufnahme von Asylsuchenden zu betonen, möchten wir aufzeigen, wie wir durch Vielfalt profitieren können. Vielfalt bietet die Chance, mit dem gesellschaftlichen Wandel kreativ umzugehen. Denn: Wichtiger als die Frage, woher jemand kommt, wird sein, welche Zukunft wir gemeinsam gestalten können. Sich gegenseitig kennenlernen, aufeinander zugehen, sich tolerieren und die anderen in ihrer Kultur verstehen, sind die Grundvoraussetzungen für ein Miteinander.
Es hatten sich über 180 Initiativen aus ganz Bayern beworben. “Wir sind beeindruckt von der engagierten Arbeit Ihrer Initiative und sie hat es unter die besten 20 Teilnehmer geschafft!”, heißt es in einem Schreiben der Jury. Um ein Preisgeld zu gewinnen, hätten wir in der nächsten Stufe unter die TOP 3 kommen müssen. Das ist ist uns leider nicht gelungen. Aber auch so sehen wir einen Erfolg und es gibt uns den Ansporn weiterzumachen.
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Zum Abschluss gab es Fahrräder
Von Mai bis Oktober 2012 organisierte ich als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen AAF Fahrradkurse für Asylbewerberinnen. In manchen Ländern ist es nicht üblich oder wird sogar als unsittlich angesehen, wenn Frauen Rad fahren. Gerade in muslimischen Ländern im arabischen und afrikanischen Raum ist Rad fahren für Frauen verpönt – oder sogar verboten. Manche Frauen saßen daher bei unseren Kursen zum allerersten Mal auf einem Rad. Nach zahlreichen Übungsstunden stellte sich allmählich der Erfolg ein und die Fauen kurvten selbstsicher umher. Natürlich brachten die Frauen ihre Kinder mit und so herrschte eine buntes Treiben auf dem Übungsplatz.
Zum Abschluss übergaben wir eigene Fahrräder an die Frauen. Diese Fahrräder hatten wir zuvor zu einem besonders günstigen Preis bei der gemeinnützigen Recyclingwerkstatt Kette und Kurbel gekauft. Die Mittel hierfür hatten wir zuvor durch eine Fundraisingaktion von der Stadtsparkasse, der Kreissparkasse sowie von Privatpersonen eingeworben.Die Fahrradkurse sind Teil des Projektes KONNEKT, das die AAF im Mai 2012 startete. Ziel ist, Begegnungsmöglichkeiten mit Flüchtlingen zu schaffen. Ungefähr 800 Flüchtlinge leben derzeit in Augsburg. Die meisten sind in so genannten Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Obwohl diese Unterkünfte mitten in Wohngebieten liegen, ist zu beobachten, dass es wenig persönliche Kontakte zwischen den Asylsuchenden und den übrigen BewohnerInnen der Stadtteile gibt. Hier setzt das Projekt KONNEKT an.
Übrigens kam KONNEKT bei dem Wettbewerb „Buntes Bayern! Für ein kulturelles und tolerantes Miteinander im Freistatt“ unter die besten 20 Teilnehmer von insgesamt 180 Initiativen.
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Flüchtlinge und Lokale Agenda 21
Im September 2012 beschloss das Agendateam (monatliche Versammlung der 23 Agendagruppen) durch meine Initiative den neuen Arbeitsschwerpunkt Flüchtlings- und Asylpolitik. In Augsburg leben derzeit rund 800 Asylsuchende. Sie kommen aus fast allen Krisenregionen der Welt. Sie haben ihr Land, ihre Kultur, ihre Sprache, ihre Familie und ihren Besitz unfreiwiilig verlassen. Asyl zu gewähren ist eine Pflichtaufgabe unserer Gesellschaft. Flüchtlinge sind zwar meist MitbewohnerInnen auf Zeit. Ihre Aus- und Weiterbildung und ihre Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen gehören dennoch zu unseren Aufgaben. Als Leitlinie muss für uns gelten, dass wir die Integration nicht nur von MigrantInnen, sondern auch die von Flüchtlingen oder Asylsuchenden befördern.
Damit diese Integration gelingen kann, muss es Gelegenheiten geben, bei denen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen und Lebensweisen wahrgenommen und schätzen gelernt werden können. Augsburger Initiativen sind zum Beispiel:
- First Steps – ein Projekt des Diakonischen Werkes in Kooperation mit dem Caritasverbandes und der Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH: Neben der Begleitung und Beratung der Flüchtlinge wird u.a. auch an der Sensibilisierung der Aufnahmegesellschaft für die Flüchtlingsproblematik gearbeitet.
- VELO – Fahrradrecyclingaktionen der BIB Augsburg gGmbH: Dieses Nachbarschaftsprojekt habe ich als Mitarbeiterin von BIB Augsburg initiiert, weil die Beobachtung war, dass es wenig persönliche Kontakte zwischen Asylsuchenden und der Bevölkerung rund um die Asylunterkünfte gibt.
- Grandhotel Cosmopolis (ehemaliges Altenheimheim im Domviertel): Hier entsteht derzeit eine völlig neue Form des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Asyl. Asylsuchende sollen sich für die Dauer ihres Aufenthaltes in einen aktuellen Kultur- und Hotelbetrieb nach ihren Möglichkeiten einbringen können.
- KONNEKT – Interkulturelle Begegnung von Frauen, organisiert von mir als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen: In Form von Fahrradkursen und Kochtreffen findet ein Kennenlernen von Frauen und Kindern aus Asylunterkünften statt.
- Kampagne ICH BIN unSICHTBAR der Bluespot Productions: Im Rahmen des Hohen Friedensfestes waren ein interkulturelles Theaterprojekt, Filme, Installationen und eine Fotoausstellung zu sehen.Es fand eine mediale und künstlerische Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Flüchtlinge statt.
- Zebrastreifen – ein Projekt des Diakonischen Werkes in Kooperation mit der Regierung von Schwaben, der Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH und der Universität Augsburg: Es werden hier u.a. geeignete Kommunikations- und Begegnungsmöglichkeiten zwischen BewohnerInnen der Asylunterkunft Windprechtstraße und den umliegenden NachbarInnen entwickelt.
Dafür, dass es noch mehr Initiativen dieser Art gibt und das Thema Flüchtlinge präsent bleibt, wollen wir uns als Lokale Agenda 21 künftig mit einbringen. Dabei soll es eine enge Zusammenarbeit mit allen bisherigen AkteurInnen im Flüchtlingsbereich geben.
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VELO – interkulturelle Begegnung mit Flüchtlingen
Als Projektleiterin bei der BIB Augsburg gGmbH war ich im Sommer 2012 für das Fahrradrecyclingprojekt VELO zuständig. Das Projekt richtete sich an Asylsuchende und Augsburger BewohnerInnen, die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Fahrräder aus Recyclingmaterial herstellten. Immer wieder hatte ich als Anwohnerin in der unmittelbaren Nachbarschaft der Asylunterkunft Calmbergstraße im Augsburger Antonsviertel darüber nachgedacht, wie es ermöglicht werden kann, dass Leute, die im Asylheim mit Leuten, die darum herum wohnen, in Kontakt kommen können. Bei meiner Geschäftsleitung der BIB Augsburg gGmbH fand ich ein offenes Ohr und wir initiierten VELO.
Die Fahrradrecyclingwerkstatt „Kette und Kurbel“ der BIB Augsburg gGmbH war Ort des Geschehens. Bei acht Workshoptagen von Mai bis August kamen insgesamt 29 Kinder/ SchülerInnen/ Jugendliche, 80 erwachsene Augsburger BürgerInnen und 141 Asylsuchende zusammen. Die Teilnehmenden erhielten eine fachliche Unterstützung durch qualifizierten Zweiradmonteure, so dass alle fertig gestellten Fahrräder am Ende verkehrstüchtig waren. Wir haben insgesamt 62 Fahrräder an die Asylsuchenden übergeben. Dazu kamen 36 Reparaturen an mitgebrachten Fahrrädern. Mehrere Kinder haben Tretroller oder Dreiräder erhalten. Auch zwei Fahrrad-Kindersitze konnten wir organisieren. Ein Begleitprogramm ermöglichte es, dass auch weniger technisch Interessierte am Projekt teilnehmen konnten. Für Kinder gab es Spiel- und Bastelmöglichkeiten. Gemeinsames Kochen, Grillen und Essen schuf gleichzeitig einen geselligen Rahmen. Zum Abschluss unternahmen wir einen Fahrradausflug.
Mit VELO sollte aber nicht nur die Mobilität von Flüchtlingen erhöht werden. Es ging auch darum, einen Kreis von Personen aufzubauen, die Kontakte zu Asylsuchenden pflegen. Von Beginn an, bezogen wir von Anfang an zahlreiche KooperationspartnerInnen ein: Piona Point – Netzwerk für berufliche und politische Bildung, Diakonisches Werk Augsburg, Caritasverband für die Diözese Augsburg, Tür an Tür, Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen AAF, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub Augsburg ADFC, Bürgerstiftung Augsburg.