Schlagwort: nachhaltige stadt

  • Experiment Lifeguide Augsburg gestartet

    Experiment Lifeguide Augsburg gestartet

    Es gibt ihn seit 2004. Das Redaktionsteam schaffte es, den Lifeguide Augsburg als glaubwürdige Informationsquelle zum Themenspektrum Nachhaltigkeit zu etablieren. So stetig die Akzeptanz auch stieg, so schnell veränderten sich die technischen Gegebenheiten im Umfeld des Lifeguide. Ein neues Design stand an und ein wenig Web-2.0-Flair sollte es auch haben. Ende 2012 stellten Michael Wenzl und ich der Bürgerstiftung Augsburg unsere Idee vor, wie ein neuer Lifeguide aussehen könnte.  Weil grau alle Theorie ist, fiel die Entscheidung, die Vision auf den Prüfstand zu stellen und sie in Form eines Prototyps zu verfeinern. Das Ergebnis ist nun unter lifeguide.mein-augsburg.org zu sehen.

    Termine und Adressen rücken in der Vordergrund. Das zentrale Element der Startseite ist eine Karte, die Orte und Gelegenheiten verzeichnet, die mit einem nachhaltigen Lebensstil verbunden sind. Das ist kein reines Schmuckwerk. Die Ausrichtung zielt auch auf mobile Endgeräte ab, mit denen es möglich ist, den eigenen Standort zu bestimmen. Passend dazu kann der neue Lifeguide Adressen und Termine anzeigen, die sich in der Nähe befinden. Konsequenterweise ist das Webdesign nicht nur für stationäre Computer geeignet, sondern auch für Smartphones.

    Der Großraum Augsburg wird abgebildet. Analog zum Wirtschaftsraum A3, der aus der Stadt Augsburg, dem Landkreis Augsburg und dem Landkreis Aichach-Friedberg besteht, finden sich im neuen Lifeguide Adressen und Termine aus allen Orten der Region. Entsprechend können auch Karten für alle Orte in der Region erzeugt und angezeigt werden. Daraus resultiert zwar grundsätzlich erst einmal ein höherer Pflegeaufwand, gleichzeitig vergrößert sich aber die Zielgruppe deutlich.

    Schwerpunktthemen setzen Akzente. Im Jahresverlauf können regelmäßig Themen aufgegriffen werden, die dann in Form von Artikeln und als Themenkarten herausgestellt werden. Den Anfang macht das Thema Fahrrad, mit dem der neue Lifeguide wortwörtlich losgetreten wird.

    Einfachere Kategorien. Seit seinem Entstehen im Jahr 2004 wurden im Lifeguide etwa 400 Kategorien angelegt, denen Texte und Adressen zugeordnet waren. Um die Navigation zu vereinfachen, wurde diese Anzahl drastisch reduziert. In der ersten Ebene gibt es jetzt nur noch fünf Kategorien:

    • Einkaufen – Klassischer Einkaufsführer, von Lebenmitteln bis zu Bekleidung
    • Machen – Aktiv sein und werden, vom Selber machen bis zum ehrenamtlichen Engagement
    • Ressourcen – Grundlagen des (Zusammen-) Lebens, vom Wasser bis zum Wissen
    • Rundum Mobil – Mobilität
    • Spielräume – Freiräume im Alltag, von grünen Oasen bis zu Gaumenfreuden

    Natürlich wird es weiterhin Unterkategorien, wie etwa Fahrrad oder Hofladen, geben, mit denen die Adressen genauer zugeordnet werden.

    Konsum ist nicht alles. Gestartet ist der Lifeguide als Einkaufsführer und das wird er auch weiterhin sein. Klar ist aber auch, dass es eben manchmal gerade das Nicht-Kaufen ist, durch das Nachhaltigkeit gelebt wird. Deswegen sollen auch Entfaltungsmöglichkeiten jenseits des Konsums aufgezeigt werden, wie etwa grüne Oasen im Großstadttrubel.

    Offenheit ist mindestens so schnell dahergesagt wie Nachhaltigkeit. Für den neuen Lifeguide bedeutet Offenheit einerseits, andere Initiativen einzubinden und von deren Erfahrung zu profitieren und andererseits auch, die eigenen Informationen anzubieten. Beispielsweise lassen sich Themenkarten zu einer Aktion anlegen oder RSS-Feeds auf der eigenen Website einbinden.

    Social Media, darunter fällt schon der neuen Lifeguide für sich allein genommen. Es reicht aber nicht nur,  eine Website ins Netz zu stellen und darauf zu warten, dass sich die Besucher_innen dorthin verirren. Deswegen werden auch Facebook, Twitter und google+ aktiv genutzt, um die Informationen des Lifeguide zu verteilen und die Vernetzung mit Interessierten zu fördern.

    Die Wirklichkeit findet draußen statt. Das galt schon immer für den Lifeguide und wird auch weiter gelten. Online-Werkzeuge können ein Hilfsmittel sein, um Lösungen zu finden. In den seltensten Fällen aber sind sie selbst die Lösung. So weit die Vision. In der Praxis zeigen sich hier  natürlich noch Lücken, aber wir wollten schnell an die Öffentlichkeit, um auch möglichst früh Rückmeldungen zu erhalten, wie der neue Lifeguide tatsächlich ankommt. Bis Anfang Mai soll der Beta-Test laufen, in dieser Zeit ziehen wir alle Register, die wir haben. Mit dem Themenschwerpunkt „Lostreten!“ soll der Fokus aufs Fahrrad als umweltfreundliches Transportmittel im Alltag und Vehikel zur Freizeitgestaltung gelenkt werden. Daneben wird es kurze Einschübe geben, die zeigen, wie der neue Lifeguide als Kampagnenwerkzeug genutzt werden kann. Parallel dazu wird der Adressbestand erweitert, es werden neue Termine eingepflegt und natürlich Fehler bereinigt.

    Diese Produkt läuft im Testbetrieb. Was noch völlig in den Sternen steht ist, wie es mit nach dem Beta-Test weitergehen wird. Denn für den Dreisprung »Technik – Design – Inhalt« mag eine probates Konzept gefunden sein. Woher die Ressourcen dafür kommen, das auch nachhaltig umzusetzen, ist noch unbeantwortet. Insofern wird das Experiment auch nach dem Beta-Test fortgesetzt, nämlich wenn es darum geht Mittel für den Lifeguide zu organisieren.

  • Flüchtlinge und Lokale Agenda 21

    Flüchtlinge und Lokale Agenda 21

    Im September 2012 beschloss das  Agendateam (monatliche Versammlung der 23 Agendagruppen) durch meine Initiative den neuen Arbeitsschwerpunkt Flüchtlings- und Asylpolitik. In Augsburg leben derzeit rund 800 Asylsuchende.  Sie kommen aus fast allen Krisenregionen der Welt.  Sie haben ihr Land, ihre Kultur, ihre Sprache, ihre Familie und ihren Besitz unfreiwiilig verlassen.  Asyl zu gewähren ist eine Pflichtaufgabe unserer Gesellschaft. Flüchtlinge sind zwar meist MitbewohnerInnen auf Zeit. Ihre Aus- und Weiterbildung und ihre Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen gehören dennoch zu  unseren Aufgaben. Als Leitlinie muss für uns gelten, dass wir die Integration nicht nur von MigrantInnen, sondern auch die von Flüchtlingen oder Asylsuchenden befördern.

    Damit diese Integration gelingen kann, muss es Gelegenheiten geben, bei denen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Kulturen und Lebensweisen wahrgenommen und schätzen gelernt werden können. Augsburger Initiativen sind zum Beispiel:

    • First Steps – ein Projekt des Diakonischen Werkes in Kooperation mit dem Caritasverbandes und der Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH: Neben der Begleitung und Beratung der Flüchtlinge wird u.a. auch an der Sensibilisierung der Aufnahmegesellschaft für die Flüchtlingsproblematik gearbeitet.
    • VELO – Fahrradrecyclingaktionen der BIB Augsburg gGmbH: Dieses Nachbarschaftsprojekt habe ich als Mitarbeiterin von BIB Augsburg initiiert, weil die Beobachtung war, dass es wenig persönliche Kontakte zwischen Asylsuchenden und der Bevölkerung rund um die Asylunterkünfte gibt.
    • Grandhotel Cosmopolis (ehemaliges Altenheimheim im Domviertel): Hier entsteht derzeit eine völlig neue Form des Zusammenlebens von Menschen mit und ohne Asyl. Asylsuchende sollen sich für die Dauer ihres Aufenthaltes in einen aktuellen Kultur- und Hotelbetrieb nach ihren Möglichkeiten einbringen können.
    •  KONNEKT – Interkulturelle Begegnung von Frauen, organisiert von mir als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen:  In Form von Fahrradkursen und Kochtreffen findet ein Kennenlernen von Frauen und Kindern aus Asylunterkünften statt.
    • Kampagne ICH BIN unSICHTBAR der Bluespot Productions: Im Rahmen des Hohen Friedensfestes waren ein interkulturelles Theaterprojekt, Filme, Installationen und eine Fotoausstellung zu sehen.Es fand eine mediale und künstlerische Auseinandersetzung mit den Schicksalen der Flüchtlinge statt.
    • Zebrastreifen – ein Projekt des Diakonischen Werkes in Kooperation mit der Regierung von Schwaben, der Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH und der Universität Augsburg: Es werden hier u.a. geeignete Kommunikations- und Begegnungsmöglichkeiten zwischen BewohnerInnen der Asylunterkunft Windprechtstraße und den umliegenden NachbarInnen entwickelt.

    Dafür, dass es noch mehr Initiativen dieser Art gibt und das Thema Flüchtlinge präsent bleibt, wollen wir uns als Lokale Agenda 21 künftig mit einbringen. Dabei soll es eine enge Zusammenarbeit mit allen bisherigen AkteurInnen im Flüchtlingsbereich geben.

  • Kommunale Entwicklungspolitik

    Kommunale Entwicklungspolitik

    Uwe Kekeritz, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/ Die Grünen, geht im Interview darauf ein, was auf der lokalen Ebene getan werden kann, um Entwicklungspolitik zu befördern. Seiner Ansicht nach hat die große Politik der Entwicklungshilfe in den letzten 40 Jahren versagt. Was aber seit ca. 20 Jahren positiv wirke und immer mehr in Fahrt komme, ist der Fairtradegedanke. Jedoch müsse das Beschaffungswesen der Kommunen künftig noch stärker an fairen Kriterien ausgerichtet werden, also entlang von ökologischen und sozialen Standards. Uwe Kekeritz spricht auch über die »Servicestelle Entwicklungspolitik« des Bundes, die Kommunen beim fairer Einkauf beraten sollte.

    Das Interview fand am Rande der Fairtrademesse Bayern (9. Juli 2011) auf dem Elias-Holl-Platz auf der Rückseite des Augsburger Rathauses statt. Entsprechend sind ein paar Nebengeräusche wie zum Beispiel die Glocke vom angrenzenden Perlachturm zu hören. Beim Podcasten nennen wir das »Atmo«.

    Musik von: Ricardo Kulusic, Album: Miserias y esperanzas, Titel: La diferencia, http://www.jamendo.com/de/album/67309

    1. Radio urbane Intervention – Kommunale Entwicklungspolitik
  • Fairtradestadt Augsburg

    Fairtradestadt Augsburg

    Augsburg engagiert sich in besonderem Maße für den Fairen Handel. Seit 2010 trägt die Stadt das Label Fairtradestadt. Dieser Titel wird von Transfair Deutschland verliehen. Was dafür getan wurde, ihn zu bekommen und welche Aktivitäten die Fairtradestadt Augsburg im Zusammenhang mit der Frauenfußball-WM entwickelt hat, erklärt Ute Michallik, Geschäftsführerin der Weltladen Augsburg GmbH in unserem Interview.

    Musik von: Ricardo Kulusic, Album: Miserias y esperanzas, Titel: La diferencia, http://www.jamendo.com/de/album/67309

    1. Radio urbane Intervention – Fairtradestadt Augsburg